Während in anderen Gemeinden des Altkreises Hofgeismar (und auch im übrigen Deutschland) Katerstimmung herrscht, legen die Kelzer am Aschermittwoch erst richtig los.
Nach alter Tradition und angeblich aus Protest gegen die katholische Kirche, die am Aschermittwoch die Fastenzeit einläutet, wird in dem Hugenottendorf Kelze ordentlich Fastnacht gefeiert. Beginnend mit einem Umzug durch das ganze Dorf, wobei Eier Wurst und Speck vom Kiepenkerl und dem Speckgabelmann gesammelt werden, die Bürger Schnäpse trinken und mit dem Tanzebär tanzen müssen, endet der Nachmittagsspaß in der Gaststätte “Zum Jean Bonnet”. Dort werden die Eier gebacken und zusammen mit den Würsten unter den Gästen verteilt und ein Programm für die Kinder auf die Beine gestellt.
Nach einer kurzen Verschnaufpause steht die Gaststätte abends weiteren Vergnügungen offen. Von dem Schützenverein und der Feuerwehr jeweils abwechselnd organisiert, findet ein Tanz statt, der nicht nur Kelzer Bürger anzieht, sondern Gäste aus Nah und Fern zu einem letzten Aufbegehren gegen die triste Fastenzeit lockt. Und so wird mit Bier, Sekt und Kelzer Teichwasser (KTW) bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert.
Quelle: Berndt, Gabriele: 300 Jahre Hugenottendorf Kelze, 1699 - 1999 : ... wie lebten sie damals ... ; ... wie leben wir heute . ...